In solchen Situationen können die Reaktionen unterschiedlich ausfallen, teilweise auch skeptisch gegenüber einer mitunter längeren Unterbrechung. Das ist verständlich. Dennoch beruhen die angewandten Protokolle — insbesondere in den Vereinigten Staaten — auf klaren Regeln: Der Spielbetrieb wird unterbrochen, sobald Blitze in einem Umkreis von etwa 13 km festgestellt werden, und darf erst nach 30 Minuten ohne weitere elektrische Aktivität wieder aufgenommen werden. Jede neue Entladung setzt diese Frist zurück. Meteorage unterstützt diese Ansätze vollumfänglich, da sie zur Verbesserung der Sicherheit im Freien beitragen.

Die Analyse von 10 Jahren Blitzunfällen in Europa (215 untersuchte Fälle, davon 56 in Frankreich) zeigt, dass 60% der Betroffenen Freizeitaktivitäten im Freien nachgingen und 11% der Unfälle in Stadien oder Sportanlagen stattfanden. Zudem wird deutlich, dass die meisten Gewitter, die zu Unfällen führten, im Voraus erkennbar waren, häufig mehr als 30 Minuten vorher.

Die Herausforderung liegt nicht nur in der Entscheidung, eine Aktivität zu unterbrechen, sondern auch darin, zu bestimmen, wann sie unter sicheren Bedingungen wieder aufgenommen werden kann. Viele Unfälle ereignen sich, wenn das Gewitter abzuziehen scheint oder an Intensität verliert und dadurch ein falsches Sicherheitsgefühl entsteht. Aus diesem Grund bleibt die 30-Minuten-Regel nach dem letzten Blitz entscheidend. Entscheidungen dürfen nicht ausschließlich auf menschlicher Wahrnehmung basieren. Visuelle und akustische Signale sind naturgemäß variabel und mitunter irreführend. Sie sind auf individueller Ebene hilfreich, jedoch nicht geeignet, um die Sicherheit von Gruppen oder ganzen Veranstaltungen zu gewährleisten.

Das Risikomanagement muss sich daher auf eine präzise Blitzdetektion, Warnsysteme und eine Echtzeitüberwachung der Gewitteraktivität sowie auf klar definierte Protokolle stützen, um jegliche Improvisation zu vermeiden.